Im Leben eines Menschen stellt sich oftmals die Frage, was er bei bestimmten Situationen machen soll und wie er diese Handlung dann ausführen kann.
Viele von uns haben sich sicherlich schon einmal gefragt, wofür man in einer Situation zwischen mehreren Auswahlmöglichkeiten entscheiden soll, und, wenn dies erfolgt ist, was mit der anderen Entscheidungsalternative als Ergebnis herausgekommen wäre.
Und manchmal, aber sicher einmal im Leben eines Menschen - und vielleicht sogar in der leichtsinnigen Phase der Jugend - entsteht eine Situation, wo dieser Mensch mehrere Auswahlmöglichkeiten hat. Sowohl die eine Wahl, als auch die andere bieten verschiedenste Vorzüge, die für einen unerlässlich sind und gleichzeitig nicht miteinander korrospondieren können. Jedoch muss dann oftmals eine wichtige Entscheidung getroffen werden.
Diese Problematik findet in den verschiedensten Lebensbereichen Anschluss. So beispielsweise in der Ethik, Medizin oder auch im sozialen Umfeld.
Es stellt sich aber weiterhin die Frage, wie man handeln soll, wenn es zu einer solchen Situation kommt.
Fast alle Menschen kennen aber auch noch ein weiteres Gefühl: die Liebe zu einem anderen Mitmenschen. Was es jedoch ist, wie sie entsteht und wie sie sich definiert, soll an dieser Stelle jedoch keine Rolle spielen. Lediglich als ein Handlungsgrundsatz und eine Ursache für das Handeln des Menschen.
Auf der einen Seite kann diese Liebe für eine Entscheidung der einzige und plausibelste Grund sein, auf der anderen Seite aber kann es ein starkes Hemmnis für die Handlung sein, die man rational gedacht ausführen sollte.
Wie entscheidet sich denn ein Offizier bei einem Flugzeuganschlag auf ein Gebäude mit über 4000 Leuten, wenn im Flugzeug seine eigene Familie sitzt? Gibt er rational gedacht den Befehl zum Abschuss, um die 4000 Leben zu retten oder lässt er das Flugzeug nicht abschießen, um seine Familie aus dem Flugzeug nicht abstürzen zu lassen? Angemerkt sei, dass es nur um die Situation gehen soll und andere Faktoren und Szenarien nicht beachtet werden. Dies nur als Denkanreiz für die Problematik.
Jedenfalls stehen Menschen dann oftmals in einer verzwickten Situation, wo sie sich für einen von zwei Menschen entscheiden müssen. Oder geht es auch ohne eine Entscheidung zu treffen?
Wenn eine Person mit zwei anderen Personen befreundet ist, die untereinander auch befreundet sind, und es unter den zwei anderen beispielsweise zu einem Streit kommt, der so weit geht, dass sie den Kontakt zueinander völlig abbrechen, stellt sich für denjenigen die Frage, was man in dieser Situation tun kann, sollte oder auch sein lassen sollte. Am plausibelsten erscheint einem die Lösung, nichts zu unternehmen, um sich einerseits nicht in die Angelegenheit einzumischen und andererseits die Stellung des Unparteilichen einzunehmen. Das Problem dabei ist jedoch, dass man bei Zurückhaltung mitansehen muss, wie diese Freundschaft zerbricht, sofern sie sich nicht bessert. Zurück bleiben dann die Schuldgefühle in einem selbst, wieso man nichts dagegen unternommen hat, obwohl man weiß, dass man nichts hätte tun können. Genau dieses Gefühl findet man auch in anderen Situationen vor...
Wie verhält es sich denn, wenn man entscheiden muss?
Hat man die Wahl zwischen zwei Personen, die für einen die Vorzüge bringen, die der andere nicht hat, wie hat man sich zu entscheiden?
Nun, die Antwort muss fallspezifisch getroffen werden und es kann demnach keine allgemeingültige Verhaltsweise aufgestellt werden. Nur ein Paar Richtlinien, die man beachten sollte, wenn man sich entscheidet:
1. Welche bereits gesammelten Erfahrungen mit der Person lassen darauf schließen, weitere solcher Momente zu genießen?
2. Was für äußere Umstände begünstigen eher einen Abschied zu der einen bzw. zur anderen Person?
3. Was halten die engsten Freunde?
4. Welches besonderes Merkmal sticht bei den Personen heraus?
5. Wird die Situation mit der ausgewählten Person in der Zukunft besser/schlechter oder überhaupt anders?
Sicherlich können sich viele weitere Kriterien festlegen, aber dafür besitzt der Autor des Blogs keine Zeit.
Eine weitere interessante Frage ist, wie man mit der nun nicht ausgewählten Person umgehen soll. Ist ein Ignorieren, ein freundschaftliches Getue, der völlige Kontaktabbruch oder ein verminderter Kontakt die richtige Einstellung?
Auch hier ist zu sagen, dass es von Fall zu Fall abhängt und keine allgemeine Lösung aufgestellt werden kann.
Ein kleines Beispiel ist an dieser Stelle zum Verständnis sicherlich hilfreich:
Man hat sich gegen eine Person entschieden, da die andere Person besondere Eigenschaften hat. Jedoch sieht man zwangsweise diese Person, gegen die man sich entschieden hat, sehr oft. In diesem Fall ist ein distanziertes und freundschaftliches Verhalten angebracht, da Ignorieren auf große Stacheln trifft und der Abbruch des Kontaktes nicht möglich ist.
Hat man sich beispielsweise gegen eine Person entschieden, weil die Person es nicht mehr möglich gemacht hat mit dieser auszukommen und es keine zweite Person gibt, dann fällt es dieser Person oftmals schwer den Grund zu verstehen. Es fehlt dann an einem offensichtlichen Grund -an einem Gegengewicht sozusagen- weshalb man verstoßen wurde. Entweder fällt es ihnen sehr schwer eigene Fehler einzusehen, und sie fixieren sich nur auf die äußeren Umstände oder auf denjenigen, der sich gegen die Person entschieden hat, oder sie suchen die Ursache nur bei sich unter Vernachlässigung der äußeren Umstände.
Und was tut man, wenn andere gegen einen entschieden haben?
Einen kleinen Perspektivwechsel zu vollziehen, kann zum Teil auch helfen im anderen Fall für sich richtig zu entscheiden.
Auch hier ein kleines Beispiel:
Angenommen der andere verlässt einen nach einer festen Partnerschaft. Sich schlecht zu fühlen und am liebsten nie wieder etwas vom anderen hören sind ganz normale Dinge. Vorallem, wenn es einen immer wieder schmerzt, wenn man diese Person immer sehen muss. Kontaktabbruch -sofern möglich- oder einen Abstand zum anderen finden sind an dieser Stelle üblich und auch begründet, da man sich erstmal von dem erholen muss. Zwischendurch ist oft auch eine Phase zu finden, in dem man versucht den Partner davon zu überzeugen zu einem zurückzukehren.
Man fühlt sich schlecht und verliert sich selbst eventuell im Selbstmitleid. Man prangert den anderen an in der Beziehung oder nach der Beziehung alles falsch gemacht zu haben. Und viele weitere Dinge...
Dies muss jedoch ein Ende finden. Dieses Ende muss aus eigener Kraft heraus gefunden werden, um eine Rückfälligkeit auszuschließen. Manchen gelingt dieser Schritt aber nicht und die Statistik beweist die wachsende Anzahl der Suizidversuche von Jugendlichen, mitunter aus diesem Grund.
Dies sollte nur eine angerissene Problematik darstellen und vielleicht hat es dem ein oder anderem geholfen sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen.
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Nette Ausführung :)
AntwortenLöschenIch denke, Du hast diesen Komplex ziemlich treffend umrissen ^^
dennoch sind Theorie und Praxis ja leider 2 grundverschiedene Sachen ... nicht wahr?
Danke.
AntwortenLöschenJa natürlich...Es ist leicht das theoretisch zu durchdenken, aber sich z.B. in der Situation des Gekränkten wirklich daraus zuwinden ist echt schwer.